Ruanda

Dieses Reiseziel in Ostafrika ist im wahrsten Sinne des Wortes tierisch interessant

Ruanda ist ein Binnenland in Ostafrika und gilt bislang als eine recht unentdeckte Destination für Touristen. Ob das noch lange so bleibt? Wenn sich erst einmal richtig herumgesprochen hat, welche Vorzüge das Land zu bieten hat, dann werden sicher mehr und mehr Reisende dorthin wollen. Vor allem für Freunde wilder Tiere ist Ruanda ein traumhaftes Ziel. Dass es nicht allein bei Tierbeobachtungen bleiben muss, dafür sorgen im „Land der 1000 Hügel“ zudem wunderschöne sattgrüne Landschaften, eine spannende Hauptstadt und ein ausgeglichenes Klima, das die Reiseplanung definitiv erleichtert. Auch nicht ganz unwichtig: Ruanda hat seine politischen Schwierigkeiten, mit denen es Mitte der Neunziger Jahre in die Schlagzeilen geraten war, nachhaltig hinter sich gelassen und präsentiert sich heute als ein sicheres Land, das Reisende mit herzlicher Gastfreundschaft begrüsst.

Weltkarte Ruanda
  • Man spricht Französisch in Ruanda und so wird das Land denn gern auch „Le Pays de mille Collines“ genannt. Da man auch mit Englisch und Deutsch gar nicht so schlecht durchkommt, darf man auch „Land der 1000 Hügel“ sagen. Und in einigen dieser Hügel, da leben sie: die letzten Berggorillas der Welt. Die ebenso imposanten wie friedlichen Tiere sind für viele Tierfans der Hauptgrund, um nach Ruanda zu reisen. Unzweifelhaft gehört die Begegnung mit den Menschenaffen zum Ungewöhnlichsten, was Safaris und Trekkingtouren in Afrika zu bieten haben.  Um sie zu erleben, macht man sich in den Südwesten des Landes auf, zu der Virunga-Vulkangruppe. Dort leben die Gorillas in dichten Bambuswäldern, wo sie sich von den Reisenden keineswegs aus der Ruhe bringen lassen. Beeindruckend ist auch ein Besuch des Karisoke Research Centers, gegründet 1967 von Dr. Dian Fossey, um die gefährdeten Berggorillas zu schützen und zu studieren.

    Neben diesen wirklich überwältigenden Tierbeobachtungen fasziniert die Region aber auch mit ihrer landschaftlichen Schönheit.

    Apropos. Mit landschaftlicher Schönheit kann sich quasi das ganze kleine Land Ruanda rühmen. Im Nyungwe Nationalpark zum Beispiel lädt ein undurchdringlich erscheinender Regenwald zu abenteuerlichen Entdeckungstouren ein. Als Kontrastprogramm dazu geht es an den Ufern des Kivu-Sees schon fast mediterran zu. Kein Wunder, seine Ufer bieten einige der besten Binnenstrände auf dem gesamten schwarzen Kontinent. Man sieht, auch Badeurlaub ist in Ruanda möglich.

  • Zugegeben, die landschaftliche Faszination Ruandas und die Tierwelt des Landes werden bei einer Reise wohl immer im Vordergrund stehen. Dennoch ist die Hauptstadt Kigali mehr als nur einen Abstecher wert. Hier vereint sich die immer noch vorhandene Aufbruchstimmung des Landes mit dem Stolz auf die bereits geleistete Arbeit. Über beidem wird aber auch die Aufarbeitung der Vergangenheit nicht vernachlässigt. So können Touristen zum Beispiel den ehemaligen Präsidentenpalast besuchen. Viele Exponate hat er zwar nicht vorzuweisen, doch mit seinem Labyrinth aus geheimen Gängen und Räumen sowie einem eher fragwürdigen einstigen Nachtklub nur für den Präsidenten und seine Entourage gewährt er doch tiefe Einblicke in das „Luxusleben“ eines Diktators.

    Die Naturwunder des Landes dokumentiert das „Museum of Natural History“, das in seinem angrenzenden Park auch grossartige Ausblicke auf die Stadt und ihre Umgebung bietet.

    Im privat geführten „Inema Arts Center“ geht es dagegen ausschliesslich um moderne Kunst. Die Galerie ist erst 2012 gegründet worden, doch sie gehört heute bereits zu den führenden Häusern für Gegenwartskunst in ganz Ostafrika. Neben oft extrem farbenfrohen und lebendigen Ausstellungen bietet das Zentrum auch regelmässig Veranstaltungen; kurz, dort ist immer etwas los und Begegnungen mit Malern und Bildhauern gehören zur Tagesordnung.

  • Eine Safari im Akagera-Nationalpark gehört zu den unumstrittenen Highlights einer Ruanda-Reise. Im über 1 400 km2 grossen Park werden die Gäste unter anderem von den sogenannten „Big Five“- Tierarten empfangen. Dazu gesellen sich Zebras, Nilpferde, Nilkrokodile, Vögel und Antilopen aller Art. Ein Führer hilft die Tiere genauer auszumachen. Ebenso beeindruckend wie die Tierwelt ist die spektakuläre Landschaft mit Savannenebenen, Feuchtregionen und Seen.

  • Ausspannen ist am Kivu-See angesagt. Nach anstrengenden Abenteuer- und Entdeckertouren bietet sich die Oase um den Kivu Lake perfekt dazu an. Reisende geniessen an den Ufern des über 2 700 Quadratkilometer smaragdgrün schimmernden Sees, der in eine von dichtem Nebel umwobene Bergkette eingebettet ist, eine himmlische Ruhe. Vom pittoresken Ferienort Rubavu aus lassen sich Kayaktouren planen oder man lässt einfach die Seele für ein paar Tage in einem der traumhaften Resorts baumeln.

  • Ein echtes Urwaldabenteuer erwartet den Gast im Nyungwe Nationalpark. Der dicht bewaldete Park gilt als eines der wichtigsten afrikanischen Schutzgebiete. Mehr als 1 000 Pflanzenarten, bislang 322 bekannte Vogelarten und ca. 75 Säugetierarten beherbergt der Nationalpark. Darunter auch die bei den Besuchern so beliebten Schimpansen. Bei Trekkingtouren zu den Affenfamilien geht es über unwegsames Gelände durch einen Dschungel, der jedem Klischee gerecht wird. Wer keine Höhenangst hat, der wagt den Canopy Walk in Ostafrika über eine über 90 Meter lange Hängebrücke am Uwinka Visitor Center. 50 m über den Baumwipfeln breitet sich Ruandas abwechslungsreiche Geografie aus.

  • Ruanda liegt fast am Äquator, dennoch müssen Reisende sich nicht auf Schwüle und übermässige Hitze einstellen. Dank der Höhenlage sind die Temperaturen das ganze Jahr über mild und schwanken kaum. Dennoch gibt es Jahrenzeiten und die werden durch Trockenheit und Niederschläge definiert. Als beste Reisezeit empfiehlt sich die „grosse Trockenzeit“ in den Monaten Juni bis September. Dann kann täglich mit Sonne gerechnet werden. Als Alternative kann die sogenannte kleine Trockenzeit von Dezember bis Februar ins Auge gefasst werden.

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